Juli 2026
League News

Das Finale um die deutsche Meisterschaft

Eigentlich sollte der volle Fokus im Kampf um die deutsche Meisterschaft in der ProLeague Championship auf dem sportlichen Wettkampf der vier Halbfinalisten liegen, doch vor dem Showdown auf dem digitalen Rasen sorgten aktuelle Entwicklungen abseits des Spielfelds für Aufsehen.

Der SC Paderborn 07 hat die Ligaadministration am Montag schriftlich darüber informiert, dass die Zusammenarbeit mit dem Team FC Inter Berlin mit sofortiger Wirkung beendet wurde. Hintergrund sind Vorfälle innerhalb des Teams, von denen sich der Verein, insbesondere aufgrund einer rassistischen Äußerung, ausdrücklich distanziert hat.

Damit besteht keine Berechtigung mehr, den SC Paderborn 07 im Rahmen der ProLeague Championship zu vertreten. Die ProLeague Championship ist ein Wettbewerb, in dem sich Vereine und Teams gemeinsam qualifizieren. Eine kurzfristige Änderung der Vereinsvertretung unmittelbar vor dem Final Four würde die Integrität des Wettbewerbs beeinträchtigen und wäre gegenüber allen anderen teilnehmenden Vereinen und Teams nicht vertretbar.  

Den Platz im Halbfinale nimmt nach dem Ausscheiden der Ostwestfalen nun Rot Weiss Ahlen ein, die am vergangenen Sonntag im Viertelfinale noch am SCP gescheitert waren.

Doch damit nicht genug des Dramas neben dem Platz. Durch den Einsatz eines nicht einsatzberechtigten Spielers in Achtel- und Viertelfinale wurden die Duelle der Roten Teufel gegen die Lauterer gewertet. In unmittelbarer Konsequenz mussten der FC St. Pauli und der SC 04 Schwabach als unterlegene Mannschaften das Viertelfinale austragen. Hierbei setzte sich der FC St. Pauli durch und buchte das Final-Four-Ticket.

Die Hamburger kämpfen somit nun neben dem Titelverteidiger LFC Braunschweig, den Wersekickern aus Ahlen und Wehen Wiesbaden um die deutsche Meisterschaft. Aus sportlicher Sicht ist alles angerichtet für einen dramatischen Showdown um den größten Titel im digitalen Vereinsfußball.

Die Meisterschaftsentscheidung wird am Donnerstag, 30.07., ab 19:30 Uhr live auf dem Twitch-Kanal von kicker eSport übertragen. Die Halbfinalspiele beginnen im Modus mit Hin- und Rückspiel um 20:00 Uhr. Das Grand Final ist auf 21:10 Uhr terminiert. Im Anschluss an den sportlichen Teil folgen Post-Match-Interviews mit den beiden Finalisten.

Rot Weiss Ahlen eSports gegen FC St. Pauli eFootball

Im ersten Halbfinale kommt es für beide Kontrahenten zum vielleicht wichtigsten Spiel der Vereinsgeschichte. Rot Weiss Ahlen ist seit dem ersten Spieltag in der Geschichte der ProLeague Championship Teil der größten digitalen Vereinsliga Deutschlands und genauso wie der FCSP zum ersten Mal im Final Four dabei. Beide Vereine kennen sich bereits aus der Ligaphase in Division A. Dort trennten sich die Kontrahenten im Hinspiel torlos 0:0, Ahlen gewann das Rückspiel denkbar knapp mit 2:1.

Die Wersekicker von Rot Weiss Ahlen hatten sich souverän für die Playoffs qualifiziert und die Ligaphase in Division A auf Platz 6 beendet. Mit der drittbesten Offensive der Liga gehörte die Mannschaft über die gesamte Saison hinweg zu den gefährlicheren Teams im letzten Drittel. Besonders Spielmacher Shift ragte heraus, der zu den besten Vorlagengebern der Division zählte.  

Auch defensiv wusste Ahlen zu überzeugen, Keeper WYLD-Oblak blieb in elf Ligaspielen ohne Gegentor, während Verteidiger Jatwer sogar in 13 Partien die Null hielt. In den Playoffs setzte sich Ahlen in zwei intensiven Duellen jeweils knapp mit 2:1 gegen Alemannia Aachen durch.  

Shift traf in beiden Begegnungen jeweils einmal, während LegendGaming „RWA-GreekBuIIet“ zwei Assists beisteuerte. Als prägende Figur im Zentrum wurde in beiden Spielen Pyromaxii als MVP ausgezeichnet. Im Halbfinale unterlag Ahlen dem SC Paderborn, profitiert nun jedoch vom weiteren Verlauf des Wettbewerbs und rückt ins Final Four nach.

Der FC St. Pauli beendete die Ligaphase auf Platz 9 und musste somit den Umweg über die Wildcard-Runde nehmen. Dort setzten sich die Hamburger zunächst gegen Union Selb durch und bezwangen anschließend die SG Nahe. Im entscheidenden Endspiel bewahrte die Mannschaft beim 1:0-Erfolg gegen den Greifswalder FC die Nerven und sicherte sich das achte und damit letzte Playoff-Ticket in Division A. Das Tor des Tages erzielte mit Ersguterpole_ ausgerechnet der beste Torjäger der Championship-Historie.

St. Pauli ist damit die erste Mannschaft, die aus den Wildcards kommend ein Playoff-Spiel gewinnen konnte und nun sogar im Final Four steht. In der K.-o.-Phase profitierten die Hamburger zunächst von der Wertung des Achtelfinals gegen Kaiserslautern. Im Viertelfinale folgte dann ein souveräner Auftritt gegen den SC Schwabach. Das Hinspiel gewann der FCSP mit 1:0, als Ersguterpole_ nach Vorlage von Krystjaan10 traf.  

Im Rückspiel ließ St. Pauli beim 3:0-Erfolg keine Zweifel mehr aufkommen. Fifa_Kevian, AndiWand und erneut Ersguterpole_ zeichneten sich für die Treffer verantwortlich. Torhüter Finn31-_ blieb in beiden Spielen ohne Gegentor und wurde im Rückspiel als MVP ausgezeichnet.

SV Wehen 1926 Wiesbaden gegen LFC Braunschweig

Im zweiten Halbfinale stehen sich zwei Vereine gegenüber, die bereits beide Final-Four-Luft schnuppern durften, jedoch völlig unterschiedliche sportliche Verläufe des Abends kennenlernten. Wiesbaden qualifizierte sich bereits in der zweiten Spielzeit in FC25 für das Finalturnier, belegte dort allerdings den undankbaren vierten Platz.  

Braunschweig dagegen reist als amtierender deutscher Meister zum Saisonfinale und will das Kunststück der Roten Teufel wiederholen, die in einem FC-Jahr beide Meisterschaften gewinnen konnten.

Wehen Wiesbaden beendete die Ligaphase auf Rang 3 und überzeugte vor allem durch eine stabile Defensive, die im Vergleich zu den Topoffensiven aus Paderborn und Rellinghausen weniger Gegentore zuließ. Insgesamt kassierte Wiesbaden über die Saison hinweg nur vier Niederlagen. Offensiv war Swarley der treffsicherste Akteur, während Keeper SnakeySnakeZ10 in zwölf Spielen ohne Gegentor blieb.

In den Playoffs legte Wiesbaden im Achtelfinale gegen den Bostelbeker SV mit einem 4:0-Sieg im Hinspiel den Grundstein für das Weiterkommen. Hanf_21x traf doppelt und wurde zum MVP gewählt, zudem steuerte Swarley „WiMa_Jr“ zwei Scorerpunkte bei. Das Rückspiel endete 2:2, wobei erneut Hanf_21x doppelt traf und Swarley beide Treffer vorbereitete.  

Im Halbfinale traf Wiesbaden auf den VfB Eichstätt, der zuvor Fühlingen-Chorweiler ausgeschaltet hatte. Das Hinspiel gewann Wiesbaden mit 3:2, im Rückspiel reichte ein 1:1-Unentschieden zum Finaleinzug. Auch in dieser Runde war Hanf_21x der entscheidende Faktor und erzielte alle vier Treffer seines Teams.

Der LFC Braunschweig ging als Titelverteidiger in die Saison und stellte erneut die beste Offensive sowie die zweitbeste Defensive der Division B. Am letzten Spieltag der Ligaphase verpasste die Mannschaft durch eine Niederlage gegen Fühlingen-Chorweiler den Sprung an die Tabellenspitze. Offensiv überzeugte vor allem bliq9, während Keeper WerderSIMON ligaweit die meisten Spiele ohne Gegentor absolvierte. Auch Woife31x, Chica und ALL4TheG4inZ_YT prägten die Defensive nachhaltig.  

In den Playoffs präsentierte sich Braunschweig äußerst souverän und gewann als einziger Final-Four-Teilnehmer alle vier Spiele. Im Achtelfinale setzte sich der LFC mit 2:0 und 5:1 gegen Rot-Weiß Erfurt durch, wobei LN_Bxdyguard und Serano „LFC-Asta“ jeweils dreimal trafen und GoksoN10 vier Scorerpunkte beisteuerte.  

Im Viertelfinale folgte ein deutlicher Erfolg gegen den TSV Havelse mit 1:0 und 4:0. Die Treffer erzielten LN_Bxdyguard, criatura und Innenverteidigerin Chica, während GoksoN10 und bliq9 die Vorlagen lieferten.

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